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TECHNIK ALS MÄNNERKULTURJudy Wajcman: TECHNIK UND GESCHLECHT (Frankfurt 1994) Referat für die Lehrveranstaltung "Frauen in Naturwissenschaft und Technik" von Martina Mayrhofer und Elke Stinnig , TU Wien, 1997 Schon wenn wir von Technik reden denken wir dabei meistens an Industrimaschinen und Autos und ignorieren dabei andere Bereiche die wesentlich mehr Auswirkungen auf unser tägliches Leben haben. Die bloße Definition von Technik bzw. Technologie beruht auf männlichen Vorurteilen.
Männer und MaschinenDie Geburt der Bombe: Virilität und die Technologie der Bombe
Die Besessenheit von Kontrolle
Tracy Kidder: Die Seele einer Neuen Maschine (1984)
Formen der Männlichkeit
Männlichkeit existiert in vielen voneinander abweichenden Formen, welche sich einerseits in der Techkikkultur wiederspiegeln, andererseits Unterschiede zwischen Klassen, Generationen, Ethnien aufzeigen.
Kampf, Heldentum und Männlichkeit
Waffen und insbesonders Gewehre sind der Inbegriff der Beherrschung als Mittel der Dominanz.
Frauen und Maschinen: Erkenntnis oder Kultur?
Wie denken Frauen über Technik und wie erleben sie diese?
Ungleichheit bei der Computerbenutzung in der Schule
In unserer Gesellschaft ist es das Bildungssystem, das die Geschlechterdifferenzen von einer Generation auf die nächste überträgt; Schule, Jugendkulturen, Familie und Massenmedien übermitteln allesamt Rollenbilder, die Männlichkeit mit Maschinen und Technikkompetenz gleichsetzen.
Space wars-Spiele für Jungs Kinder entwickeln ihr Interesse an der Informationstecchnologie eher zu Hause als in der Schule. Schulen verstärken die frühe gescchlechtsspezifische Sozialisation, die in der Familie stattfindet. Spielzeuge machen einen wichtigen Teil der unterschiedlichen Lernerfahrurngen von Mädchen und Jungen aus und reflektieren die Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen in der Familie. Computer passen allzu leicht in das geschlechtsstereotype Technologieschema. Wenn ein Heimcomputer angeschafft wird, dann meist für den Sohn der Familie. Diese Tendenz wird durch Werbung für Computersspiele und PCs verstärkt, die sich an einen männlichen Markt richtet und häufig Bilder von Jungen enthält, die gespannt auf den Bildschirm schauen. Für Kinder machen Spiele die größte Anziehungkraft aus. Wenn man/frau berücksichtigt, daß es meist Männer sind, die Videospiele und Software entwickeln, so überrascht es kaum, daß diese Spiele meist männliche Phantasien ansprechen. Diese männlichen Inhalte werden oft als Erklärung für das unterschiedliche Interesse von Frauen und Männern herangezogen. Diese Analyse beschränkt sich jedoch zu sehr auf die privaten Erfahrungen und ignoriert die gesellschaftliche Dimension. Insgesamt haben Mädchen einfach weniger Gelegenheit als Jungen Computer zu benutzen. Sie müssen oft im Haushalt oder bei der Geschwisterbetreuung mithelfen. Jungen und Männern wird viel eher zugestanden ihren Interessen nachzugehen, die niemanden anders etwas nutzen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Zusätzlich werden bei Mädchen die außerschulischen Aktivitäten viel mehr eingeschränkt. Öffentliche Räume wie Videospielhallen, die für männliche Heranwachsende zentrale Orte ihrer Freizeitkultur sind, werden den Mädchen meist verboten, die wenigen anwesenden Mädchen sind oft nur Zuschauerinnen. Lesliee Hadddon hat gezeigt, daß Videospiele die Nachfolger der Flipperkästen sind und dies hat dazu beigetragen, daß die Videosspielhallen vor allem von Jungen bevölkert werden. Die Werte, Regeln und Rituale die junge Männer rund um die Flipperautomaten aufgebaut hatten, gingen auf Videospiele über. So wurde die neue Technologie in eine bereits bestehende Männersubkultur eingefügt und nahm deren männliche Gestalt an.
Die Beherrschung der Maschine: Vive la difference?
Kulturelle Faktoren sind für das Verständnis der Männlichkeit der Technologie wichtig. Das nicht vorhandene Sellbstvertraauen in bezug auf Technik bzw. die mangelnde Technikkompetenz von Frauen ist nicht nur ein Geschlechtsstereotyp, sondern wird auch ein bedeutender Teil der weiblichen Geschlechtsidentität. W. verweist auf die Position von Autorinnen wie z.B: Sherry Turkle (1984), die kognitive Geschlechtsunterschiede in Bezug auf Frauen und Computer betonen.
Feministische Kritik der Naturwissenschaft und Technikseit anfang der 70er Veröffentlichung von Biographien bedeutender Wissenschaftlerinnen, bedeutendende Beiträge zur wissenschaftlichen Entwicklung, wesentlicher Teil der feministische Forschung in vielen Disziplinen.
Problem: Es wurde die Forderung erhoben den Frauen den Zugang zu Ausbildung und Arbeitstätten ermöglichen, anstatt Wissenschaft selbst zu hinterfragen - Kombination von veränderten Sozilisationsprozessen und Gleichstellungsprogrammen, Sandra Harding wies in diesem ZUsammenhang darauf hin, daß das Problem bei den Frauen liegt , und nicht die umfassendere Frage , ob un in welche Weise die Wissenschaft und ihre Institutionen so umgestaltet weden können, daß sie Frauen angemessen wären, Die Gleichstellungsbstrebungen verlangen , daß Frauen bedeutende Aspekte ihere Geschlehtssidentittät aufgeben müssen zugunsten einer männlichen Variante ohne dasselbe von Männern zu verlangen. als Feministinnen das erste mal ihre aufmerksamkeit auf die Wissenschaft selbst legten sahen sie das Problem von Ge- und Mißbrauch, z.B. Biologie wurde benutzt um Argumente für biologisch determinierte Geschlechterrollen zu liefern, Frauen seien von Natur aus anders und minderwertig und somit unfähiig wissenschaftliche Arbeit zu betreiben späte 60er und frühe 70er:
Erst im letzten Jahrzehnt ist die Wissenschaft als inhärent patriachal bezeichet worden.
Wissenschaftliches Wissen als patriarchales Wissen
Ökofeminismus der 80er
Eine auf weiblichen Werten beruhende Wissenschaft??
Gegen Ende der 70er entstand eine neue Form des Radikal-bzw. Kulturfeminismus, diese Autorinnen glorifizieren die Eigenschaften, die sie als spezif. weiblich ansehen und betonen die Geschlechtsunterschiede.Sie befürworten eine Form der Wissenschaft, die auf Subjektivität, Intuition, Holismus und Harmonie beruht Probleme, die mit dem allgemeinen Ruf nach einer auf weiblichen Werten beruhenden Wissenschaft verbunden sind. 1.Zuschreibung von sog. weiblichen Werten aufgrund der histor. Unterordnung von Frauen.Sowohl Männlichkeit als auch Weiblichkeit sind konstruiert und werden ständig neu konstruiert. 2.Die Natur selbst ist ein Konstrukt. Männlichkeit, Weiblichkeit und Natur sind veränderlichee Kategorien und es macht keinen Sinn eine Wissenschaft auf eine in der Natur begründeten weiblichen Intuition zu bauen.. 3.Außerdem spiegeln die typ. weiblichen Eigenschaften nicht die gesellschaftlichen Erfahrungen aller Frauen wider, unterschiedlich aufgrund von Klasse, Ethnie, Kultur. Die Frau als Kateggorie existiert nicht stattdessen gibt es "gebrochene Identitäten" von Frauen. Ebenso haben unterschiedliche Gruppen von Frauen unterschiedlichhe Bedürfnisse und Interessen. Von Wissenschaft zu Technik Liegt das Problem in der Vorherrschaft der Männer über Technik oder ist Technik in gewissem Sine inhärent patriarchal? Würden Frauen Technik zu friedfertigeren Zweccken nützen? Problem der Definition von Wissenschaft, Lange wurde das traditionelle Modell akzeptiert. Wissenschaft entdeckt und Technik ist davon abhängig und wendet dieses Wissen unkreativ unroutinemäßig an. Technik als angewandte Wissenschaft herangezoen Jedoch wird jede Technologie in einem schöpferischen Prozeß ständig verändert und erweitert, ohne die naturwissenschaftliche Kultur anzuwenden. Bei Technik handelt es sich um eine Form des Wissens, um Tätigkeiten genauso wie materielle Objekte. Von den blinden Flecken der Geschichtsschreibung Eingeschränktes Besittzrecht von Frauen z.T.waren sie Spott ausgesetzt. Viele Erfindungen von Frauen wurden deren Männern zuggeschrieben. z.B.erlaubt erst seit 1882 das Gesetz über Eigentum von verheirateten Frauen englischen Frauen den Besitz persönlichen Eigentums und dessen Kontrolle unabhängig von ihren Männern zu. Frauen und vor allen Schwarze Frauen gehörten zu den ersten TechnikerInnen Schließlich waren Frauen für das Sammeln, Verarbeiten und Aufbewahren pflanzlicher Produkte Frauen, ebenso für die frühen Errungenschaften im Garten-und Landbau sowie frühe Bewässerungsysteme verantwortlich. Technik und Arbeitsteilung Produktionssprozeßdebatte in den 70er Jahren, Die AutorInnen versuchen die Klassenanalyse auf den Technik auszuweiten, dabei widerlegen sie die Theorie des Technikdeterminimus, in deren Darstellung Technik ist die wichtigste Ursache für den gesellschaftlichen Wandel. Die Technik selbst, sowie WissenschaftlerInnen und TechnikerInnen sind neutral und unbeeinflußt von ihrer sozialen Stellung Harry Braverman "Die Arbeit im modernen Produktionsprozeß" (1977) Technische Entwicklungen entwickeln sich nicht unaufhaltsam von selbst sondern werden von den Eignern und Verwaltern des Kapitals als eine wichtige Waffe im Kampf um die Kontrolle über die Produktion eingesetzt. Industrielle Technologie spiegelt also in ihren Wurzeln sowohl männliche Macht als auch kapitalistische Herrschaft wider. Männer sichern sich die Kontrolle über die wichtigsten Technologien , dadurch verweigern sie Frauen den Zugang zu praktischer Erfahrung von der Erfindungsreichtum abhängt. Neue Technologien entstehen nicht aus einer plötzlichen Eingebung heraus, sondern knüpfen an bestehende an, durch langsame Anpassung und neue Kombinationen von Elementen. In gewissem Maße ein phantasievoller Prozeß aber auch die Fähigkeit zu sehen wie existierende Geräte verbessert werden können. Ein weiteres Problem für Frauen bedingt durch die geschlechtliche Arbeitsteilung sind sie meist an den privaten Bereich gebunden und somit wenig Möglichkeit zu praktischer Erfahrung Z.B. haben Frauen, die während des 1.Weltkrieges in Munitionsfabriken gearbeitet haben, die Waffen die sie produzierten auch umgestaltet. Vermißt: der Aspekt der Geschlechterrollen in der Techniksoziologie Die Entfremdung der Frauen von der Technik verbinden mit Frauenausschluß hat ihre Ursache durch die historische und kulturelle Konstruktion der Technik als eine männliche Struktur. Technik ist eine Kultur, in der die Beziehungen von Männern ausgedrückt und verfestigt werden. Mittlerweile gibt es umfangreiche Literatur zu Technikgeschichtee und den wirtschaftlichen Aspekten technischer Innovation.Im soziologischen Ansatz steht nicht mehr der einzelne Erfinder im Mittelpunkt, und es wird auch nicht mehr davon aausgegangen, daß technische Innovation das Ergebnis einer inneren Logik der Technik ist. Es wird versucht die Auswirkungen der gesellschaftlichen Verhältnisse auf die Technik aufzuzeigen. Wer hat Interesse an der Förderung oder Zrückhaltung bestimmter Technologien. Technologische Erneuerung erfordert heutzutage größere Investitionen und ist zu einem kollektiven, institutionalisierten Prozeß geworden. Die Entwicklung einer Technologie ist das Zusammenspiel einer Folge technischer, ökonomischer und politischer Faktoren. Die Bevorzugung bestimmer Technologien wird durch eine Reihe gesellschaftlicher Vereinbarungeb geformt, die die Macht der Männer in der Gesellschaft im allgemeinen spiegeln. Jedoch wurde auch von der Techniksoziologie bisher nicht beachtet wie technische Geräte durch Geschlechterinteressen geprägt sein können. Genau wie die Produktproduktionsdebatte hat sie sich auschließlich auf die Lohnarbeitsverhhältnisse konzentriert
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| last updated 29.9.2000 | ||